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Wie man einen guten Anfang schreibt

10 Punkte zum gelungen Start in deine Geschichte


Ton und Atmosphäre

Beides muss von Beginn bis zum Ende des Buches einigermaßen gleich sein. Schreibt ihr eine lustige Geschichte, dann dürft ihr die Geschichte nicht auf einer verregneten Beerdigung starten. Dadurch missleitet ihr nämlich die Leser. Wer was lustiges lesen will, findet es zu düster und ließt nicht weiter und jemand der eine düstere Geschichte lesen will, wird spätestens dann enttäuscht werden, wenn es plötzlich lustig zugeht. Deswegen fangen viele Krimi oder Thriller auch mit einem Mord an, der Leser weiß gleich dass es ernst wird.
Natürlich kann sich die Stimmung über einen längeren Zeitraum auch ändern wie z.B. in Harry Potter.

harry potter

Schreibstil und Erzählerstimme

Genau wie der Ton und die Atmosphäre muss auch der Schreibstil und die Erzählerstimme gleich bleiben. Wenn man auf den ersten Seiten einen schnörkellosen Schreibstil mit kurzen Sätzen benutzt, dann darf man später nicht von Vergleichen und Metaphern nur so triefen. Auch wenn dir anfangs z.B. viele lustige Vergleiche oder clevere Beschreibungen einfallen, solltest du diese vielleicht nicht verwenden wenn du im Verlauf des Buches dieses Level nicht halten kannst.

Es klopfte an der Tür.
„Was zur Hölle?“ Bill schaute vom Laptop zur Tür seines Wohnwagens. „Ich dachte der Campingplatz sei verlassen“. Plötzlich bewegte sich die Türklinke.

Hier nur kurze und schlichte Sätze, sie erzeugen Tempo da man sie leicht lesen kann. Sowas würde gut zu einem Thriller passen.

Mit dem Rhythmus eines langsam eingestellten Metronoms, klopfte es an der Tür.
Klopf … Klopf … Klopf.
Ganz leise, ganz behaglich, so als wäre dem Unbekannten die späte Uhrzeit bewusst und so als würde er Rücksicht nehmen wollen.
Da ist wohl jemand gut erzogen, dachte Bill und wandte seinen Blick vom grell leuchtenden Bildschirm seines Laptops zu der Tür seines Wohnwagens. Der Wohnwagen, der irgendwo auf einem verlassenen Campingplatz stand. Nur stimmte das jetzt nicht mehr, irgendjemand befand sich gerade vor Bills Wohnwagen und alles was sie voneinander trennte war ein dünnes Blech mit Klinke. Als dies Bill bewusst wurde, wartete er lieber erst  ob nach dem Klopfen auch eine Stimme folgen würde. Stattdessen bewegte sich die Türklinke, wie das Klopfen langsam und behaglich, so als würde man Rücksicht auf Schlafende nehmen wollen. Da blitzte es Bill durch den Kopf: Wer auch immer dort ist, will sicher nicht nach einem Stück Butter fragen.

Bei dieser Variante tauchen Metaphern und Vergleiche auf. Auch die Sätze sind aufwändiger strukturiert und bauen langsam zu einem Höhepunkt auf. So etwas würde zu Horror oder Fantasy passen.

Hauptcharakter einführen

Ich bin persönlich ein Fan davon, wenn man gleich zu Beginn den Hauptcharakter kennen lernt. Man kann nämlich gleich eine Verbindung aufbauen und alles aus seinen Augen betrachten. Dadurch hat man einen persönlichen Bezug und alles wird gleich wichtiger. Diesem Punkt werde ich ebenfalls einen eigenen Beitrag widmen.

Das Setting

Ob es jetzt die Welt, ein Land, das Meer oder eine Stadt ist, der Leser sollte gleich wissen wo die Geschichte spielt. Gerade bei Fantasy ist es ratsam die Geschichte dort beginnen zu lassen, wo etwas besonderes ist. Das Lied von Eis und Feuer beginnt mit einem Spähtrupp der Nachtwache hinter der Mauer und In Die Kinder des Nebels von Brandon Sanderson regnet es Asche vom Himmel. Man hat gleich eine Vorstellung über die Welten.

The_Wall_from_the_south.jpg

Das Genre

Das Genre sollte ebenfalls gleich etabliert werden. Für Fantasy bietet es sich an etwas magisches oder übernatürliches zu zeigen. Man kann es aber auch nur andeuten:

Arina stöhnte „Ich wünschte ich hätte einen von diesen Velldorons, dann bräuchte ich nicht mehr gehen und könnte mich gemütlich fliegen lassen.“
Ihr Begleiter lachte. „Wenn du genug Geld für ein Reittier hättest, dann bräuchtest du gar nicht mehr erst deine Wahrsagerei anzubieten. Statt von Dorf zu Dorf zu ziehen, weil man dich wieder wegen Hexerei vertrieben hat, könntest du bis ans Ende ein ruhiges Leben führen.“

Der erste Satz

Darüber habe ich bereits einen ganzen Artikel geschrieben:

https://fantasybuchschreiben.de/2015/07/07/der-erste-satz/

Das Versprechen

Wenn man das erste Kapitel eines Buches liest, dann sollte man als Autor dem Leser ein Versprechen gegeben: „Ließ weiter, es wird sich lohnen. Am Ende wird etwas tolles passieren!“ Dieses Versprechen entsteht meist ganz automatisch. Auf den ersten Seiten von Harry Potter werden Zauberer und Hexen gezeigt und wir als Leser bekommen das Versprechen: Harry wird auch ein Zauberer und mit Magie tolle Sachen machen. In Krimis bekommen wir das Versprechen, dass ein Verbrechen aufgeklärt wird. In Game of Thrones werden im Prolog die Weißen Wanderer gezeigt, die wahre Gefahr zwischen all den politischen Intrigen. Wir bekommen dass Versprechen: Es wird einen gewaltigen Krieg zwischen Menschen und Weißen Wanderern geben wenn erstmal der Winter kommt. Dann ist es vollkommen egal wer auf dem Eisernen Thron sitzt.
Solch ein Versprechen kann man leicht mit einer Mikroversion der Geschichte geben. Geht es in eurem Buch um das Stürzen einer Regierung, so kann man den Hauptcharakter zeigen wie er gegen eine Aufsichtsperson auflehnt. In Die Tribute von Panem lernen wir z.B. Katniss kennen wie sie in der Sperzone jagen geht und damit Regeln der Regierung bricht. Später wird sie das noch öfter machen.

 Klischee-Anfänge

Das ist ein eigenes Thema für sich, auf das ich auch noch kommen werde. Bis dahin: vermeidet Träume, Rückblenden und Prologe außer ihr wisst wirklich was ihr tut.

Der Hook

Der Hook, also der Haken, ist dazu da um die Leser zu packen und nicht mehr loszulassen. Hier ein paar Beispiele:

  • Katniss Everdeen  meldet sich freiwillig als Tribut um ihre Schwester von den Hungerspielen zu retten.
  • Harry Potter erfährt, dass er ein Zauberer ist und auf eine Zaubererschule kommt.

Tipp!

Das erste Kapitel ist vermutlich das, welches du am öftesten überarbeiten wirst. Wenn man nämlich erstmal anfängt zu schreiben, weichen Charaktere und Story gerne mal vom ursprünglichen Plan ab. Was man dann im ersten Kapitel etabliert hat, stimmt dann nicht mehr und man muss ihn überarbeiten. Manchmal fallen auch ganze Charaktere weg oder der Ort ist ein ganz anderer, wodurch man alles komplett neu schreiben muss. Von daher sollte man zu Beginn nicht all zu viel Mühe in den Anfang stecken.

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